Die von beiden Partnern lang ersehnte Hochzeitsnacht bedeutet für den Ehemann die erotische Erfüllung und lustvolle Entspannung. Bei dieser Glückverheißenden Erwartung wird dabei von dem jungen Gatten vielfach vergessen, dass die Hochzeitsnacht die entscheidende Begegnung zwischen den jungen Eheleuten ist, wenn sie noch nicht geschlechtlich verkehrt haben und die so genannte Entjungferung noch nicht erfolgte.
In dieser ersten gemeinsamen Nacht entscheidet sich nämlich das Wohl und Wehe der zukünftigen Ehe.
Haben die jungen Eheleute die Hochzeit überstanden, haben sie die wohlgemeinten Ratsschläge augenzwinkernd vorgetragenen Witzchen oder auch handfesten Andeutungen der lieben Gäste hinter sich gebracht, und sind nun allein, beginnt die eigentliche Hochzeit, die Hochzeitsnacht.
Für die junge, vielfach unerfahrene Frau kann diese Nacht untergehen in einem Gefühl des Schmerzes, der Ernüchterung, des Ekels, der Angst und Enttäuschung.
Darauf sollte es ein liebender Ehemann auch im Tausch dieser ersten Nacht nicht ankommen lassen.
Die Ansicht, dass die Hochzeitsnacht der jungen unerfahrenen Frau schon die volle körperliche und seelische Befriedigung bringt, stimmt meistens nicht. Der Mann, nur daran interessiert, den Tribut der Hochzeitsnacht zu zollen, kümmert sich meist um alles andere, nur nicht um die Wünsche seiner erotisch ungeweckten Frau, die sich dann, wenn alles vollbracht ist und der Gatte glücklich eingeschlafen ist, verstört und enttäuscht fragt, wo denn um alles in der Welt die Seligmachende, alles an Empfindungen übertreffende Wollust der geschlechtlichen Vereinigung bliebe?
Solange das sexuelle Verlangen der Frau nicht geweckt ist, handelt es sich beim Beischlaf um eine opferwillige Hingabe. Auf die Dauer wäre das ein beschämender, unwürdiger und unbefriedigender Zustand. Nur, wenn die Leidenschaft des Mannes Widerhall in der Grau findet, wird der Geschlechtsakt für beide zum vollen Genuss, denn auch der Mann wird seinen Genuss gesteigert sehen durch das leidenschaftliche Mitgehen der Frau und durch die Auslösung des Lustgefühls bei ihr. Der junge Gatte muss versuchen, das erotische Begehren seiner Frau durch Werbung und Erotisierung zu wecken. Vor allen Dingen sollte sich jeder liebende Gatte sagen, dass Wartenkönnen und Geduldhaben wesentlich wichtiger sind, als Ungeduld und Rücksichtslosigkeit. Und wenn der Mann den Wunsch hat, die Geliebte unbekleidet vor sich zu sehen und sich ihr bei hellem Licht nackt nähern möchte, so sollte er auch in diesem Fall das natürliche Schamgefühl der Frau akzeptieren. Hinzu kommt, dass das männliche Glied in seiner ganzen aufgerichteten Größe die junge Frau erschrecken könnte.
Kluge Männer werden die Hochzeitsnacht auf mehrere Nächte ausdehnen. Für jungfräuliche Frauen sind schon die Nähe des geliebten Körpers im Bett, die Zärtlichkeiten und Küsse von höchster Wonne. Der Mann soll den Körper einer unerfahrenen Partnerin langsam kennen lernen und erobern und sich bei Abwehrreaktionen (Zusammenkneifen der Beine, Verkrampfung) zurückziehen. Jede Frau empfindet es als sehr lustvoll, wenn ihre Brüste gestreichelt und die Brustwarzen geküsst werden. Auch andere Körperküsse werden die Gattin erregen. In dieser Hochzeitsnacht sollte sich ein Mann, der seine Frau wirklich liebt, nicht schon brutal das nehmen, was ihm „zusteht“. Für ungeweckte Frauen ist das weiter nichts als eine Gewalttat; sie opfern sich dem Mann, den sie lieben. In der Liebe sollte man gerade in dieser Hinsicht freiwillig geben.
Die Hände und der Mund des Mannes werden die erogenen und empfindlichen Stellen der Frau erkunden und an ihrer Reaktion, der lustvollen Bejahung oder Abwehr, spüren, was angenehm und was unangenehm empfunden wird.
Wenn die junge Frau den Mann schon versteckt auffordert, das ihr Lust bringende Spiel fortzusetzen oder wieder aufzunehmen, so wird das dem erfahrenen Mann zeigen, dass die Gattin sexuell geweckt ist. Jede Zärtlichkeit, die Lust spendet und Wonneschauer auslösend empfunden wird, ist erlaubt. Die Frau wird dem zartfühlenden Mann mit der ganzen Liebe danken, deren ihr Körper fähig ist, wenn er gelernt hat, sexuell zu fühlen.